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  • Olli Streicher

Der Orton-Effekt in Adobe Photoshop

Aktualisiert: 16. Jan. 2023




In diesem Blog-Beitrag möchte ich euch zeigen, wie man diesen schönen Dreamy-Look auf Landschaftsbilder im Adobe Photoshop erzeugt.


Inhalt:



Was ist der Orton-Effekt?

Dieser Effekt stammt vom kanadischen Fotografen Michael Orton und kommt noch aus der analogen Fotografie. Der Effekt bewirkt einen weichen, märchenhaften Bildlook. Er findet vielfach Anwendung bei Landschaftsaufnahmen, kann aber auch in der Stadt- und Architekturfotografie sowie bei Portraits angewendet werden. Mit dieser Methode lässt sich bei schönen Lichtsituationen noch ein klein wenig mehr Stimmung ins Bild zaubern.

Hierbei werden mindestens 2 Aufnahmen vom selben Motiv benötigt. Eine Aufnahme, welche gut fokussiert (also scharf) und überbelichtet wurde und eine weitere Aufnahme, die unscharf und ebenfalls überbelichtet aufgenommen wurde.

Wer mehr über Michael Orton erfahren möchte, kann gerne auf seiner Webpage nachlesen: http://www.michaelortonphotography.com/



Was passiert nun aber genau bei der Anwendung des Orton-Effektes?

Das Bild wird aufgehellt, insbesondere die hellen Bildbereiche werden also noch heller.

Das Bild wird insgesamt noch kontrastreicher.

Die leichte Unschärfe sorgt für den verträumten Look.



Bei welchen Bildern würde ich den Orton-Effekt nicht empfehlen?

Immer da, wo es auf knackige Details und eine scharfe Abbildung der Motive ankommt. Dies wäre zum Beispiel bei Immobilien-Fotos oder Business-Portraits.





Wie wende ich den Orton-Effekt im Adobe Photoshop an?

Ich finde über PS hat man absolute Kontrolle, wie der Effekt später aussehen soll. Ich empfehle auch den Effekt eher zum Schluss hin anzuwenden, da er mehr eine Veredelung des Bildes ist, als eine Bearbeitung.

Wie gehe ich genau vor?

Im ersten Schritt dupliziere ich die Hintergrundebene (oder die letzte Bearbeitungsebene) mit der Tastenkombination Com+J. Optional kann man hier die Ebene in einen Smartfilter konvertieren. Der Vorteil ist, dass man später die kommenden Anpassungen verändern kann. Als zweiten Schritt wende ich den Gaussischen Weichzeichner (Filter -> Weichzeichnungsfilter -> Gaussischer Weichzeichnungsfilter). Ich verwende einen Radius zwischen 50-120 pix an. Je nachdem, wie unscharf das Bild später werden soll, also wie „dreamy“ der Look werden soll. Diese Ebene dupliziere ich nun nochmals. Die untere Ebene versehe ich mit dem Mischmodus „Multiplizieren“, die obere Ebene mit „Negativ Multiplizieren“. Mit der Deckkraft der beiden einzelnen Ebenen kann ich die jeweilige Stärke variieren. Probiere es einfach aus, wie es dir am besten gefällt. Zum Schluss gruppiere ich die beiden Ebenen und benenne die Gruppe in „Orton-Effekt“ um.


Mischmodus Multiplizieren der Hintergrundebene Kopie


Anwendung Gaußscher Weichzeichner auf der Kopie der Hintergrundebene


Mischmodus Negativ Multiplizieren


Ebene gruppieren


Da der Orton-Effekt das Bild immer sättigt, würde ich in einem nächsten Schritt die Sättigung etwas reduzieren. Aber das ist natürlich Geschmackssache.

Was auch möglich ist, einzelne Bildbereiche vom Orton-Effekt zu „befreien“, z.B. ein Baum oder ein Stein im Vordergrund, wo man die Struktur wieder schön sehen möchte. Dazu setze ich mir neben die Gruppe „Orton-Effekt“ eine weisse Maske und pinsel mit einem schwarzen Pinsel die Bereiche wieder frei.



Maske mit freigepinselten Bereiche


Überlagerung der Maske im Bild


Wichtig ist, dass man es nicht übertreibt mit dem Effekt, ausser es ist so gewollt. Aber es sieht doch sehr schnell sehr künstlich aus. Wie so häufig in der Bildbearbeitung heisst es auch hier: Weniger ist mehr.


Fazit

Ich persönlich wende diesen Effekt hin und wieder bei Landschaftsbildern und dann vielfach bei Wald- oder Wasserfallbildern an.


Die oben beschriebene Methode ist für mich die einfachste und am besten kontrollierbare Methode. Man findet im Netz ansonsten noch viele weitere Möglichkeiten, um diesen Effekt zu simulieren.


Viel Spass beim Anwenden und Ausprobieren.


Liebe Grüsse,

Olli Streicher

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